Ergänzende Gefährdungsbeurteilung

Gefährdungsbeurteilungen – ein wichtiger Baustein beim Arbeitsschutz

Seit 1995 ist der Arbeitgeber gemäß dem Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) § 5 verpflichtet, die Arbeitsbedingungen seiner Beschäftigten zu beurteilen und Maßnahmen für den betrieblichen Arbeitsschutz zu treffen. Dies geschieht vorrangig durch eine Gefährdungsbeurteilung, bei der die möglichen Gefahren am Arbeitsplatz und bei den auszuführenden Tätigkeiten ermittelt, analysiert, bewertet und entsprechende Maßnahmen festgelegt werden. In dem Bereich Elektrotechnik werden u. a. die Gefährdungen, die sich durch Anwendung der unterschiedlichen Arbeitsmethoden gemäß VDE 0105-100 „Betrieb von elektrischen Anlagen“ Abs. 6 ergeben können, beurteilt.

VDE 0105-100 definiert die Notwendigkeit einer ergänzenden Gefährdungsbeurteilung

Für elektrotechnische Tätigkeiten, besonders im Instandhaltungsbereich, ist es mit der Erstellung jeweils einer allgemeingültigen Gefährdungsbeurteilung für z. B. die 3 elektrischen Arbeitsmethoden gemäß VDE 0105-100 nicht möglich, die Gefährdungen für sämtliche erdenklichen Arbeits- oder Montageplätze sowie sämtliche damit verbundenen Gefahren und Risiken abzuschätzen und zu bewerten. Diese notwendigen, allgemeingültigen Gefährdungsbeurteilungen gemäß § 5 ArbSchG haben für ihren Betrachtungsbereich für sich alleine gesehen eine längere „Gültigkeitsdauer“ und sind meist auf Standardarbeitsbereiche bezogen. Somit können diese als Basisgefährdungsbeurteilung gesehen werden. Besonders bei nicht stationären Arbeits- und Montageplätzen ändern sich die Arbeitsbedingungen einer Tätigkeit arbeitstäglich, mit jeder Schicht oder mit jedem Auftrag, durch das veränderte Arbeitsumfeld.

Es kommt auf das konkrete Umfeld an

Daher ist gemäß VDE 0105-100 vor jedem Bedienungsvorgang und jeder vorgesehenen Arbeit an einer elektrischen Anlage eine Planung, einschließlich der Einschätzung der elektrischen Risiken und Gefährdungen, durchzuführen. Durch diese Bewertung ist festzulegen, wie der Bedienungsvorgang oder die Arbeit ausgeführt werden muss und welche Sicherheitsmaßnahmen und Vorkehrungen anzuwenden sind, um die Sicherheit bei der Durchführung zu gewährleisten. Sind diese speziellen vor Ort Gefährdungen nicht gänzlich in der allgemeingültigen Gefährdungsbeurteilung zu der anzuwendenden Arbeitsmethode abgedeckt, so ist eine ergänzende Gefährdungsbeurteilung für die zusätzlichen Gefährdungen an dem aktuellen Arbeitsbereich zu erstellen und die notwendigen Sicherheitsmaßnahmen sind ergänzend zu den Maßnahmen der allgemeingültigen Gefährdungsbeurteilung umzusetzen.

Praktische Umsetzung von ergänzenden Gefährdungsbeurteilungen

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Kenntnisse zur Erstellung von Gefährdungsbeurteilungen (GeBe) für die Elektrotechnik unter Berücksichtigung relevanter Regelwerke.