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Kategorie: Sicherheit

Was ein Tag mit einer externen VEFK über die tatsächlichen Bedürfnisse von Unternehmen zeigt.

Elektrotechnische Sicherheit ist unser Kernthema, aber ich selbst bin keine Elektrofachkraft. Ich formuliere Botschaften, keine Sicherheitskonzepte. Genau deshalb wollte ich einmal selbst erleben, was hinter den Begriffen steckt, die ich täglich benutze.

Ich durfte meinen Kollegen Darek Wirtz einen Tag lang bei seiner Arbeit als externe Verantwortliche Elektrofachkraft (VEFK) in einem Logistikunternehmen begleiten.

Was ich erlebt habe, war weit entfernt von trockener Normenverwaltung.

Ausgangspunkt

Die Zusammenarbeit entstand aus einem konkreten Anlass: Ein Audit hatte Probleme in der elektrotechnischen Sicherheit offengelegt. Dazu kamen fehlerhafte Prüfprotokolle. Was viele zunächst unterschätzen: Unvollständige Dokumentation ist kein rein formales Problem. Im Ernstfall kann sie erhebliche rechtliche und organisatorische Folgen haben.

Der Kunde hat nicht vorschnell reagiert, sondern erst eine gutachtliche Stellungnahme („Soll-Ist-Vergleich“) eingeholt. Auf dieser Basis fiel die Entscheidung für eine externe VEFK.

Das ist ein wichtiger Punkt: Hier wird nicht einfach eine Funktion eingekauft. Es geht um Orientierung, um Priorisierung und darum, aus einer unsicheren Ausgangslage in eine belastbare Organisation zu kommen.

Ist bei Ihnen ein ähnlicher Fall aufgetreten?

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Was eine externe VEFK tatsächlich macht

Wer von außen auf das Thema schaut, könnte annehmen, dass eine externe VEFK hauptsächlich Vorschriften prüft und Dokumente verwaltet. Nach diesem Tag ist für mich klar, das ist viel zu kurz gesprungen.

Zu Beginn der Übernahme vor 10 Monaten wurden systematisch Listen erstellt. Darin wurden Mängel, fehlerhafte Anschlüsse, Gefahrenstellen und organisatorische Schwächen dokumentiert. Entscheidend war aber nicht nur das Festhalten dieser Punkte, sondern ihre Einordnung. Was ist akut gefährlich, was ist organisatorisch kritisch, was muss sofort behoben werden und was kann strukturiert in einen Maßnahmenplan überführt werden.

Bei jedem Folgetermin wird geprüft:

  • Sind identifizierte Gefahrenstellen beseitigt?
  • Liegt die passende Dokumentation vor?
  • Ist gefahrloses Arbeiten möglich?

Das ist ein fortlaufender Prozess aus Bewertung, Nachverfolgung und pragmatischer Umsetzung.

MEBEDO | Praxisbilder

Sicherheit darf schützen, nicht lähmen

Was mich besonders beeindruckt hat: Es ging nie darum, den Betrieb mit Verweis auf Vorschriften einzuschränken. Die eigentliche Leistung liegt im Ausgleich dreier Anforderungen:

  1. Sicherheit für Personen
  2. Rechtliche Absicherung für das Unternehmen
  3. Normenkonformität

Und all das so, dass der operative Ablauf – in einem Logistikunternehmen mit hohem Takt und klaren Zeitfenstern – nicht unnötig behindert wird.

Eine rein theoretische Sicht auf Sicherheit wäre hier kaum praktikabel. Eine gute externe VEFK bringt deshalb nicht nur Fachkompetenz mit, sondern auch Augenmaß: Risiken klar benennen, ohne die Organisation zu blockieren. Standards umsetzen, ohne an der Realität vorbeizuplanen.

Die externe VEFK als Aufbaupartner, nicht als Dauerlösung um jeden Preis

Ein Punkt, der mir aufgefallen ist: Die externe VEFK versteht sich hier nicht als permanente Einrichtung, sondern als Weg in die Eigenständigkeit.

Der Ablauf: Zunächst wird mit externer Unterstützung eine rechtssichere Organisation aufgebaut.

  • Verantwortlichkeiten klären
  • Prozesse definieren
  • Mängel bearbeiten
  • Dokumentation verbessern

Im nächsten Schritt wird dann häufig eine Elektrofachkraft aus dem Unternehmen gezielt zur VEFK entwickelt: ausgebildet, angeleitet, in die Verantwortung überführt.

Wenn diese Struktur trägt, zieht sich die externe VEFK zurück und begleitet nur noch beratend.

Das zeigt, dass die Leistung nicht auf Abhängigkeit ausgelegt ist, sondern auf Befähigung.

Was ich mitgenommen habe

Vor diesem Tag hatte ich keine genaue Vorstellung davon, was eine externe VEFK eigentlich macht. Jetzt sehe ich deutlich klarer:

  • Sie bringt Struktur in unklare Situationen
  • Sie macht Risiken sichtbar, bevor etwas passiert
  • Sie sorgt dafür, dass Mängel nicht nur dokumentiert, sondern verfolgt und behoben werden
  • Sie schafft die Verbindung zwischen technischer Realität, rechtlicher Verantwortung und praktikabler Umsetzung
  • Und vielleicht am wichtigsten: Sie bringt Ruhe in ein Thema, das für viele Unternehmen mit Unsicherheit verbunden ist.

Fazit

Was dieser Kunde erlebt hat, ist vermutlich typisch für viele Unternehmen. Irgendwann deckt ein Audit Lücken auf, die Dokumentation erweist sich als lückenhaft, und elektrotechnische Sicherheit wird vom Randthema zur dringenden Baustelle.
Wer dann nur über Vorschriften und Pflichten spricht, bleibt hinter der eigentlichen Herausforderung zurück.

Der Nutzen liegt darin, dass Unternehmen handlungsfähig werden. Sie gewinnen Sicherheit für Mitarbeitende, Klarheit in Verantwortlichkeiten, belastbare Dokumentation und eine Struktur, die auch Prüfungen, Audits und den operativen Alltag standhält.

Für mich war dieser Tag ein sehr klarer Beleg dafür, dass gute elektrotechnische Organisation nicht mit Paragraphenreiterei beginnt, sondern mit Verantwortung, Pragmatismus und sauberer Umsetzung.

 

Und genau das ist am Ende auch die stärkste Botschaft für alle Unternehmen.

Eine externe Verantwortliche Elektrofachkraft (VEFK) ist nicht einfach ein externer Pflichtbaustein. Sie ist ein Partner auf Zeit, der Sicherheit, Struktur und Entwicklung ins Unternehmen bringt.

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