VDE 0105-100 – das kommt auf die Praxis zu
Neue VDE 0105-100 - für alle, die für den sicheren Betrieb elektrischer Anlagen verantwortlich sind, lohnt sich jetzt schon ein Blick auf die Richtung, in die sich die Anforderungen entwickeln.
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Normen ändern sich selten spektakulär – aber manchmal mit spürbaren Folgen für den Arbeitsalltag.
Genau so ein Fall zeichnet sich aktuell im Umfeld der VDE 0105-100 ab. Hintergrund sind überarbeitete europäische Vorgaben, die in den nächsten Monaten verbindlich in nationales Recht überführt werden müssen.
Für alle, die für den sicheren Betrieb elektrischer Anlagen verantwortlich sind, lohnt sich jetzt schon ein Blick auf die Richtung, in die sich die Anforderungen entwickeln.
Die CENELEC ist die zuständige europäische Normungsorganisation für die Elektrotechnik. Innerhalb der CENELEC befasst sich das Technische Gremium BTTF 62-3 mit dem Betrieb von elektrischen Anlagen. Dieses Gremium definiert Anforderungen für:
Die EN 50110-1 stellt dabei den europaweiten Standard für den Betrieb elektrischer Anlagen dar und ist die maßgebliche Grundlage für die deutsche Umsetzung der Anforderungen mit der DIN VDE 0105-100.
Im Jahr 2023 wurde die EN 50110-1 (Ausgabe 2013) durch eine überarbeitete Fassung ersetzt. Die deutsche Übernahme erschien jedoch erst im November 2024 als DIN EN 50110-1(VDE 0105-1):2024-11 „Betrieb von elektrischen Anlagen – Teil 1: Allgemeine Anforderungen“.
Dies hat bisher allerdings keine Auswirkungen auf die aktuelle tägliche Arbeit an und mit elektrischen Anlagen und Betriebsmitteln! Die in Deutschland hierfür gültige DIN VDE 0105-100 (VDE 0105 100):2015-10 mit Änderung A1:2017-06 bleibt so lange gültig und verbindlich, bis das zuständige Normungskomitee DKE/K 224 auf Basis der DIN EN 50110-1 (VDE 0105 1) und der anstehenden Änderung eine neue Ausgabe der DIN VDE 0105 100 (VDE 0105-100) veröffentlicht.
CENELEC und das Technische Gremium BTTF 62-3 haben beschlossen, dass nationale Normen, die der neuen DIN EN 50110-1:2024-11 widersprechen, spätestens bis zum 29. Mai 2026 zurückgezogen werden müssen.
Für Deutschland bedeutet das konkret:
Das zuständige Gremium DKE/K 224 arbeitet an einer aktualisierten Fassung der DIN VDE 0105-100, die spätestens bis zu diesem Datum veröffentlicht sein müsste.
Die bislang bekannten drei Arbeitsmethoden werden künftig in vier Arbeitsverfahren überführt:
Die bisherige Kategorie „Arbeiten in der Nähe unter Spannung stehender Teile“ wird damit durch die differenzierte Betrachtung der Annäherungszone ersetzt.
Die Mindestarbeitsabstände werden künftig nicht mehr ausschließlich aus einer Tabelle entnommen.
Zusätzlich zu den elektrischen Abständen, die sich weiterhin nach der Spannungshöhe richten, sind künftig weitere Faktoren zu berücksichtigen:
Damit wird die Betrachtung der Abstände praxisnäher, aber auch komplexer.
Für bestimmte Funktionen werden voraussichtlich englische Abkürzungen eingeführt:
Diese Bezeichnungen werden künftig in der Normsystematik verwendet.
Auch wenn die deutsche VDE 0105-100 noch nicht in neuer Fassung vorliegt, ist die Richtung klar:
Die anstehende Überarbeitung der DIN VDE 0105-100 ist keine rein formale Anpassung. Sie folgt einer grundlegend überarbeiteten europäischen Norm und bringt strukturelle Änderungen bei Arbeitsverfahren, Abstandsregeln und Rollenverständnis mit sich.
Auch wenn die nationale Umsetzung noch läuft, ist jetzt ein guter Zeitpunkt, sich mit den kommenden Anforderungen vertraut zu machen – um später nicht unter Zeitdruck reagieren zu müssen.
Neue VDE 0105-100 - für alle, die für den sicheren Betrieb elektrischer Anlagen verantwortlich sind, lohnt sich jetzt schon ein Blick auf die Richtung, in die sich die Anforderungen entwickeln.
Es wird schon gut gehen? Das Betreiben elektrischer Anlagen umfasst alle Tätigkeiten, Maßnahmen und Verantwortlichkeiten, die erforderlich sind, um die Funktionsfähigkeit und Sicherheit elektrischer Anlagen zu gewährleisten. Kaum jemand rechnet…