Isolierhandschuhe der Klassen 00 und 0
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Michael Schmidt
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Arbeiten unter Spannung,
Explosionsschutz
Bedarf bzw. Notwendigkeit von Isolierhandschuhe der Klassen 00 und 0
Beim Umgang mit elektrischen Anlagen ist häufig die Gefahr einer Körperdurchströmung gegeben. Sei es beim Arbeiten unter Spannung (AuS), beim Arbeiten in der Nähe von Unterspannung stehenden Teilen, fehlendem oder unzureichendem Berührungsschutz oder durch Unachtsamkeit. Isolierende Schutzhandschuhe sind ein wichtiger Bestandteil der persönlichen Schutzausrüstung (PSA).
Unterschied von Isolierhandschuhe der Klassen 00 und 0
Isolierhandschuhe sind in Klassen eingeteilt, es gibt insgesamt fünf Klassen von Klasse 00 bis zur Klasse 4. Die einzelne Klassenbezeichnung sagt aus für welche maximale Gebrauchsspannung die Isolierhandschuhe sicher angewandt werden können. Die Spannungsangaben beziehen sich dabei bei mehrphasigen Stromkreisen auf die maximale Nennspannung Phase-zu-Phase. Die Unterschiede finden sich unter anderen in der DIN EN 60903 (VDE 0682-311), ein wesentlicher Unterschied besteht in der Materialstärke die Klasse 00 weist eine maximale Materialstärke von 1,8 mm auf und die Klasse 0 eine Materialstärke von 2,3 mm. Dies hat einen Einfluss auf die maximale Gebrauchsspannung, welche in der Regel das Hauptkriterium für die Auswahl des Isolierhandschuhes ist.

Quelle: DIN EN 60903 (VDE 0682-311)
Anwendung von Isolierhandschuhen der Klassen 00 und 0
Isolierhandschuhe dienen dem Schutz des Menschen und müssen als PSA auf den Nutzer zugeschnitten sein (nicht zu groß nicht zu klein). Die Auswahl des für den Anwender richtigen Isolierhandschuhs ist in erster Linie von der Spannungshöhe abhängig. Neben der Spannung können noch andere Gefahrenquellen wie z. B. Säuren, Laugen, Öle, Fette usw. Einfluss auf den zu verwendenden Handschuh haben. Bei Arbeiten unter Spannung nach VDE 0105-100 bzw. nach der DGUV Regel 103-011 ist ein isolierender Handschutz nach DIN EN 60903 (VDE 0682-311) vorgeschrieben.
Im Niederspannungsbereich kommen die Klassen 00 und 0 zum Einsatz und im Bereich der
Mittelspannung sind die Klassen 1, 2, 3 und 4 vorgeschrieben.
Für das Arbeiten unter Spannung ist eine Spezialausbildung erforderlich, in welcher die besonderen Kenntnisse und Fähigkeiten in Theorie und Praxis vermittelt werden. Bei der Spezialausbildung Arbeiten unter Spannung ist die Höhe der Spannung entscheidend. Die meisten Seminare werden für AuS bis 1 000 V angeboten, darüber hinaus gibt es aber auch Seminare für AuS bis 36 kV.
Auch bei anderen Tätigkeiten empfiehlt es sich Isolierhandschuhe zu nutzen. An dieser Stelle der Hinweis auf die ergänzende Gefährdungsbeurteilung, oft ist ein Abschranken unter Spannung stehender Teile im Arbeitsbereich nur eingeschränkt möglich oder der Berührungsschutz beim Bedienen nicht gegeben.
Isolierhandschuhe erhöhen ebenfalls den Unfallschutz bei Schaltvorgängen und stellen eine Wirksame Ergänzung zur Störlichtbogenschutzkleidung dar, wenn sie zusätzlich zur isolierenden Funktion außerdem über eine Störlichtbogenschutz-Klassifizierung verfügen.
Der Zustand der Handschuhe ist vor jeder Benutzung zu prüfen. Defekte PSA darf nicht weiterverwendet werden und muss sofort ersetzt werden. Die Prüfung der Handschuhe erfolgt durch in Augenscheinnahme auf offensichtliche Mängel wie Risse oder thermische Beschädigungen. Die Dichtheit der Handschuhe muss ebenfalls gewährleistet sein, da Feuchtigkeit zum Verlust der Spannungsfestigkeit führt. Die Dichtheit wird in der Regel durch das Aufblasen der Handschuhe überprüft. Bei den auszuführenden Arbeiten nur Werkzeuge verwenden, bei denen eine Beschädigung der Handschuhe ausgeschlossen werden kann. Kommt es während der Tätigkeit zu einem Defekt an den Handschuhen, so sind diese unverzüglich zu ersetzen.
Produktkennzeichnung von Isolierhandschuhen
Die Handschuhe werden vom Hersteller mit einer Vielzahl von Informationen ausgestattet. Im der unten gezeigten Darstellung findet sich ein Musterbeispiel wie diese Kennzeichnung auf den Handschuhen aussehen kann.

Quelle: www.dehn.de
Aspekte des Hautschutzes bei der Verwendung von Isolierhandschuhen
Isolierhandschuhe nach DIN EN 60903 (VDE 0682-311) bestehen aus einem speziellen Naturlatex bzw. einem speziellen Naturkautschuk. In einzelnen Fällen kann es zu allergischen Reaktionen in Verbindung mit den Handschuhen kommen, die sollte unbedingt im Vorfeld mit den Mitarbeitern besprochen werden. Um entstehenden Handschweiß zu mindern, empfiehlt es sich Unterziehhandschuhe aus Baumwolle zu verwenden. Diese können den Schweiß aufnehmen und somit den Tragekomfort der Handschuhe verbessern.
Elektrische Wiederholungsprüfungen von Isolierhandschuhen
Die Handschuhe der Klassen 0 und 00 unterliegen keiner wiederkehrenden elektrischen Prüfpflicht. Die Handschuhe der Klassen 1 – 4 hingegen sind nach der DIN EN 60903 (VDE 0682-311) prüfpflichtig. Hier ist die Herstelleranweisung zu beachten. Die gebräuchlichsten Perioden bewegen sich in einem Zeitraum von 30 – 90 Tagen. Es muss eine Gefährdungsbeurteilung erstellt werden, in welcher der anzuwendende Prüfintervall ermittelt und festgelegt wird.
Autor: Michael Schmidt, MEBEDO Consulting GmbH
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